B-Plan Solarpark IAA
Böhlen
Nördlich des Kraftwerks Lippendorf entstand eine Freiflächen-Photovoltaikanlage auf der ehemaligen industriellen Ascheverspül-Absetzanlage (IAA). Es wurde damit eine sinnvolle Nachnutzung der stark beeinträchtigten Tagebaurestflächen entwickelt. Der in der Regionalplanung vorgesehenen grundsätzlichen Lenkung des Ausbaus der Nutzung erneuerbaren Energien in anthropogen stark vorgenutzten Gebieten wird somit entsprochen. Das Plangebiet eignet sich nicht zuletzt auch aufgrund der guten Anbindungsmöglichkeiten an Bestandsstromleitungen des nahegelegenen Kraftwerks sehr gut für die Etablierung einer Nachnutzung zur Sonnenenergieverstromung.
Das Vorhaben wurde als zweistufiges Regelverfahren durchgeführt und alle Verfahrensschritte begleitet. Es erfolgte eine Gürnordnungsplanung und Umweltprüfung sowie die Ermittlung des naturschutzfachlichen Kompensationsbedarfs einschließlich der Planung und Bilanzierung der externen Ausgleichsmaßnahmen.
Eine weitere besondere städtebauliche Herausforderung lag in der Beachtung des Braunkohleplans als Sanierungsrahmenplan zum Tagebau Zwenkau/Cospuden, welcher im Plangebiet zahlreiche Nachfolgenutzungen und Sanierungsflächen auswies. Zu Beginn der Planung befand sich die Fläche zum überwiegenden Teil im Sukzessionsstadium, mit teilweise bereits etablierten (Vor-) Waldflächen. Diese wurden vollständig erhalten und sinnvoll in die PV-Freiflächenanlage integriert, sodass ein guter Kompromiss zwischen Biotopschutz, Artenschutz und nachhaltiger Energienutzung gefunden werden konnte. Für das Vorhaben wurde eine Öffnung der Randbereiche des Plangebietes für die Öffentlichkeit ermöglicht.
Das umgebende Wegenetz wurde für die öffentliche Freizeitgestaltung und Naherholung entsprechend in den Bebauungsplan integriert. Durch die Anbindung an umliegende Waldbereiche sowie durch die „Abschirmung“ der PV-Anlage durch die umliegenden, zur Erhaltung festgesetzten Waldstreifen, entstehen somit attraktive Wander- bzw. Radwege.