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Freiraum

Barocker Schlosspark

Lichtenwalde

Bereich:
Icon Bereich Freiraum
Projektgröße:
Blatt Blatt Blatt
Groß
Umfang:
10 ha
Dauer:
4 Jahre

Der 10 ha große barocke Schlossgarten in Lichtenwalde wurde von 1994 bis 1997 saniert. Zahlreiche Stützmauern, Treppenanlagen und Wasserbecken waren im Verlauf seiner 300-jährigen Geschichte verfallen. Es bestand dringender Sanierungs- und Restaurierungsbedarf bei allen baulichen Anlagen sowie bei dem teilweise überalterten Baum- und Heckenbestand. Für den Baumbestand wurde eine umfangreiche Kartierung erstellt und Pflegeanleitungen in einem Pflegewerk beschrieben. Vier von insgesamt sechs Sichtachsen wurden wieder geöffnet. Alle Stützmauern und Treppenanlagen,  das gesamte Wassersystem mit allen Pumpen und Leitungen wurde erneuert. Alle Wasserbecken mussten gedichtet werden. Alleen wurden ergänzt oder erneuert und der gesamte Baumbestand mit über 300 Bäumen durchforstet. Zum Abschluss der Maßnahme wurde die Orangerie restauriert und das sogenannte „Kellerhaus“ saniert. Nach Abschluss der Arbeiten wurde ein Pflegewerk erstellt, das sich mit der Pflege der baulichen Anlagen, des Wegesystems, der plastischen Ausstattung, der Wasseranlagen und des pflanzlichen Bewuches beschäftigt. 

Das Gartendenkmal ist nun wieder in alter Schönheit zu besichtigen und zu erleben und wurde mit großem historischen Gespür und einer hohen Ausführungsqualität wiederhergestellt. Der gesamte Garten ist barrierefrei begehbar.

Alle Arbeiten wurden in enger Abstimmung zwischen den Denkmalbehörden und der unteren Naturschutzbehörde vorgenommen. Im Vorfeld wurden für die einzelnen Teile des Parks denkmalschutzrechtliche Zielstellungen erarbeitet. Diese begründeten sich auf einer umfangreichen Archivrecherche im Vergleich mit den vorgefundenen Zuständen und wurden durch Grabungen vor Ort geprüft bzw. nachgewiesen.

Bei der Sanierung der Wasserbecken konnten die alten Verfahren der Tondichtung mit einer zusätzlichen Dichtung durch Folien kombiniert und somit der historische Bestand erhalten werden. Die Sanierung der neueren Betonbecken erfolgte über ein damals neues Verfahren durch Auftragen einer wasserdichten Schicht in historische Becken.

Die Mauern wurden ebenfalls im Bestand erhalten, nur mit vorhandenen Altmaterial ausgebessert und statisch unsichtbar im Erdreich rückgesichert. Trockenmauern wurden bis auf festen Bestand abgetragen, im hinteren Bereich mit einer Drainage oder Drainschicht versehen und danach mit Altmaterial wieder aufgesetzt.

Das Wegesystem wurde in Teilen erneuert und in einer sandgeschlämmten Decke mit historisch nachgewiesenen Querschlägen gesichert. Im „hinteren“ Teil der Anlage waren Gartenteile nicht mehr sichtbar. Hier wurde der historische Bestand wieder freigelegt und vorsichtig saniert.

Das gesamte historische Wassersystem war nicht mehr intakt, konnte allerdings durch intensive Literaturrecherche ermittelt werden. Das System der kommunizierenden Röhren wurde wiederhergestellt. Es war aber ein Dauerbetrieb der Wasseranlagen und Springstrahlen erwünscht. Aus diesem Grunde wurde ein geschicktes Umlaufsystem installiert. Der historische Wasserfall wurde freigelegt und kann im Hebst jeden Jahres beim „Wasserablassen“ genutzt und bestaunt werden. Das historische Wasserleitungssystem aus Holzrohren und späteren Bleileitungen wurde dokumentiert und erhalten. Ein modernes Leitungssystem wurde über diesen Leitungen verlegt. Diese Arbeiten wurden von erfahrenen Brunnenplanern erbracht. 

Bei der Umsetzung der Arbeiten wurden Eigenleistungen der Gemeinde Niederwiesa als Eigenmittel vorgenommen. Diese Leistungen wurden von Laien, wie der „Aktion 55“, dem „Christlichen Jugenddorf“, dem Bauhof, der Parkbrigade, Jugendlichen im sozialen Jahr und freiwilligen Helfern aus verschiedenen Vereinen erbracht und durch unsere Bauüberwachung koordiniert. 

Im Wettbewerb „Gärten in der Stadt“ erhielt der Garten mit den eingereichten Arbeiten „7-Künste“ und „Schneckengang“ den 1. Preis.


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